News

Foto: Andreas Fischer
Aktuelles | 14.11.2020
Ein Rädchen ins andere
Gerne hätte der Bergische HC am Donnerstag bei GWD Minden gespielt. "Aber es war nach Lage der Dinge ja logisch, dass das Spiel abgesagt werden musste", sagt Trainer Sebastian Hinze mit Blick auf die Infektion von Nationalspieler Juri Knorr, die dazu führte, dass die Ostwestfalen sich geschlossen in Quarantäne begeben mussten. "Wir sind dann in die Halle gegangen und haben eine Spielbelastung durchgeführt." Kurz darauf begann die taktische Vorbereitung auf den THW Kiel, der am Sonntag (13:30 Uhr) im ISS Dome Düsseldorf zu Gast ist. Aufgrund des geltenden Veranstaltungsverbots muss auch diese Partie in der LIQUI-MOLY HBL ohne Zuschauer stattfinden.
Die HBL-Clubs verständigten sich am Freitag in einer gemeinsamen Konferenz noch einmal darauf, den Spielbetrieb wie geplant aufrecht zu erhalten. Zwar fielen am Mittwoch und Donnerstag fünf von zehn Spielen aus, doch dieser Umstand war nicht etwa einem Versagen der gültigen Hygienekonzepte der Bundesliga zuzuordnen, sondern dem Ausbruch innerhalb der Nationalmannschaft und der wohl etwas zu schnellen Rückführung der Spieler in ihre Vereine. Zur Erinnerung: An den ersten sechs HBL-Spieltagen war keine einzige Partie einer Coronavirus-Infektion zum Opfer gefallen. Der Mannschaftskern des BHC ist übrigens am Freitag erneut komplett negativ getestet worden.

So kommt es am Sonntag für den Bergischen HC zum 14. Mal in seiner Historie zur Begegnung gegen den THW Kiel. Der Löwen haben gegen den Rekordmeister noch nie einen Punkt gewonnen. Ob sich das im Geisterspiel ändert? "Wir gehen in jedes Spiel, mit der Idee, es zu gewinnen", sagt Sebastian Hinze. "Aber Kiel ist natürlich stark. Es gibt letztlich nicht einen einzelnen Punkt, den wir besonders gut erfüllen müssen. Uns muss einfach alles gelingen. Wenn nicht in jedem Mannschaftsteil ein Rädchen ins andere greift, wird es kaum möglich sein, Kiel zu schlagen."

Seit dieser Saison wird das Starensemble der Norddeutschen von Sander Sagosen angeführt. Der norwegische Rückraumspieler gilt als bester Handballer der Welt - und begeistert auch den BHC-Coach. "Er ist ein kompletter Handballer: Tempospiel, Entscheidungsverhalten, das Zusammenspiel mit dem Kreis, eigene Wurfgefahr und Deckungsleistung. Alle ist auf allerhöchstem Niveau." Eine besondere Vorbereitung gilt dem neuen Kieler Superstar allerdings nicht. "Jedenfalls ist sie nicht anders als auf jeden anderern Spieler des Gegners auch."

Eingestellt sind die Löwen aber auf die gefährliche 3:2:1-Deckung des Favoriten. "Zu komplex können wir das in den beiden Trainingseinheiten zwar nicht machen, aber wir rechnen natürlich damit, dass sie diese Variante gegen uns spielen", sagt Hinze.

Um eine Chance zu haben, sind möglichst viele personelle Alternativen hilfreich. Daher ist der Coach froh, dass die Hoffnung auf eine Rückkehr von Spielmacher Linus Arnesson nach überstandener Muskelverletzung groß ist. "Am Donnerstag hätte er noch nicht gespielt, aber ich werde von Tag zu Tag etwas zuversichtlicher", sagt der Trainer, der allerdings auf Daniel Fontaine verzichten muss. Er hat muskuläre Probleme und ist - wenn alles glatt läuft - einziger Ausfall neben Alexander Weck, der weiterhin an einem Kreuzbandanriss laboriert.