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TV 05/07 Hüttenberg

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Bergischer HC

12. May. 2012 17:00
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15 HSG Wetzlar 19:43 -41
16 TV 05/07 Hüttenberg 17:45 -111
17 Bergischer HC 15:47 -109
18 Eintracht Hildesheim 4:58 -180
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"Wir sind ein Team" - HaDe Schmitz und Chrischa Hannawald im Interview

— abgelegt unter:

Chrischa Hannawald wurde nach der Beurlaubung von Raimo Wilde über Nacht interimsmäßig Cheftrainer der Bergischen Löwen. Die Ergebnisse seit dieser Zeit können sich durchaus sehen lassen. Trotzdem tritt Hannawald zu Beginn der Rückrunde wieder ins zweite Glied zurück, da der BHC mit dem Trainer-Fuchs HaDe Schmitz einen neuen Chefcoach vorerst bis zum Ende der Saison verpflichtet hat. Im Gespräch erzählen uns beide, warum diese Konstellation für die Bergischen Löwen durchaus erfolgreich sein kann.

"Wir sind ein Team" - HaDe Schmitz und Chrischa Hannawald im Interview

Chrischa Hannawald kümmert sich unter anderem um die Torhüter, so auch Jan Stochl.

Die Vorbereitung hat gerade wieder angefangen. Sind die Spieler aktuell noch gut auf Euch zu sprechen oder ist es im Moment sehr hart für das Team?

Schmitz: Da mache ich mir eigentlich nie Gedanken drum. Wenn die Spieler jetzt zu diesem Zeitpunkt zu fröhlich wären, hätten wir wohl etwas falsch gemacht. Wobei man klar sagen muss, dass die Mannschaft sehr arbeitsbereit ist, sich auch in einem guten körperlichen Zustand befindet. Eine Vorbereitung ist immer hart, speziell nach der zweiten Woche wird das Team körperlich in ein körperliches Loch fallen, was aber ganz klar so geplant ist. Unsere Aufgabe wird es dann sein, die Spieler da wieder rauszuholen, damit sie beim Pokalspiel topfit sind.

Wie ist denn die Aufgabenverteilung bei Euch im Trainerteam?

Hannawald: Ganz einfach, er ist der Chef-Trainer und ich bin im Hintergrund! 

Schmitz: Na ja, wir stimmen uns schon regelmäßig ab, Ich leite zwar das Training, Chrischa unterstützt mich aber dabei, übernimmt aber auch schon mal Teilbereiche, wie zum Beispiel die Torhüter. Wir sind ein Team, das funktioniert wirklich gut. Möglicherweise gerade deshalb, weil wir unterschiedliche Typen sind. Ich bin eher ruhig, Chrischa ist da viel emotionaler.

Das bedeutet also, dass die Bank demnächst viel weniger gelbe Karten bekommt bei den Spielen?

Hannawald: Hey, so schlimm bin ich gar nicht. Ich komme oft ohne gelbe Karte aus. Als Trainer musst Du eben manchmal aktiv werden.

Schmitz: Genau, eine gelbe Karte für die Bank kann manchmal ein taktisches Mittel sein, um zu zeigen, dass man nicht alles mit sich machen lässt. Natürlich immer im Rahmen.

Wo liegen aktuell die Schwerpunkte im Training?

Hannawald: Wir haben aktuell verschiedene Schwerpunkte je Einheit. Im Moment arbeiten wir immer einzeln an der Deckung und dem Angriff, stets getrennt. Es geht dabei aber nicht darum, Gravierendes zu ändern.

Schmitz: Wir wollen einfach 2-3 taktische Grundkonzepte haben. Die müssen dann aber auch zu 100% sitzen. Da ist weniger einfach mehr. Man muss sich einfach einmal anschauen, wie so ein Spiel läuft, wie viele Angriffe man tatsächlich mit ganz geordnetem Spielaufbau agierst. Allein schon die Unterzahl/Überzahl-Situationen, die eine besondere Situation darstellen, dazu auch die ganzen Konterangriffe. Da kannst Du Dir keine Ungenauigkeiten im Spielaufbau leisten, deswegen ist mir taktische Genauigkeit so wichtig.

Hannawald: Unser Spiel muss einfach blind klappen, gerade in entscheidenden Spielsituationen, wo die Mannschaft automatisch unter Stress steht.

Schmitz: Genau, das ist auch sicher ein Grund, warum es auswärts so häufig nicht geklappt hat in der Hinrunde, weil die letzte Genauigkeit fehlte. Man sollte dabei aber auch bedenken, dass sich das Team gerade auf Schlüsselpositionen verändert hat. Das kann dann so schnell gar nicht immer klappen.

HaDe Schmitz

Einige Spieler fehlen, bzw. haben wegen der EM-Vorbereitung mit Ihren Nationalteams gefehlt. Ist das ein Problem?

Schmitz: Die EM ist ein großes Problem! Wobei sich die Situation mittlerweile etwas entspannt hat. Kenneth Klev ist wieder zurückgekommen, was für Kenny sehr schade ist. Für uns das natürlich gut. Gerade bei ihm sehe ich noch sehr viel Potenzial nach oben, bei seinen Möglichkeiten. Daran werden wir jetzt arbeiten können.

Hannawald: Jan Stochl ist aktuell auch bei uns, könnte aber wie Kenny bei einer Verletzung eines anderen Spielers noch wieder zur EM nachrücken. Das müssen wir abwarten. Der einzige Spieler, der fest bei der EM spielen wird ist Jiri Vitek.

Schmitz: Da müssen wir einfach hoffen, dass er gesund zu uns wieder zurück kommt. Er ist taktisch auch so ausgereift, dass ich bei ihm keine Probleme bei der Integration ins Team sehe. Er wird da schnell wieder reinkommen.

Welches sportliche Ziel steht denn aktuell im Fokus? Pokal oder Meisterschaft?

Hannawald: Erst einmal natürlich ganz klar das Pokalspiel! Das ist unser nächstes Spiel, zudem ein absolutes Highlight, da müssen wir einfach alles geben und den Erfolg wollen.

Schmitz: Und wenn es uns dann tatsächlich gelingt, das Spiel erfolgreich zu gestalten, entsteht im Team und auch im Umfeld so viel Euphorie, die uns dann auch in der Meisterschaft beflügeln kann.

Die Hinrunde der Meisterschaft blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ihr habt sicherlich die Gründe analysiert. Es ist zwar eine der schlechtesten Fragen, die man einem Trainer stellen kann, wir versuchen es trotzdem. Woran hat es gelegen?

Hannawald: Der HaDe hat es schon treffend formuliert. Wir haben einfach nicht gut gespielt, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. Vor allem hat selten Beides gut funktioniert. Es bringt dich letztlich nicht weiter, wenn Du zwar viele Tore vorne schießt, hinten aber auch viele Gegentreffer  zulässt, selbst wenn Du am Schluss gewinnst.

Schmitz: Man kann gerade auswärts nicht nur mit Kampf gewinnen. Es geht um die Struktur, die muss sitzen. Es muss hinten und vorne klappen. Ein gutes Beispiel war das Spiel gegen Leichlingen. Wir führen mit 12 Toren, der Gegner macht drei glückliche Tore in Folge und plötzlich bricht Hektik bei uns aus. Völlig unnötig! Wir müssen zu solch einer mentalen Stärken finden, dass wir dann selbstsicher unser Spiel weiter durchziehen. Diese psychische Stabilität müssen gerade die Leader des Teams vorleben.

Wer sind denn die Leader bei den Bergischen Löwen?

Hannawald: Da gibt es einige, zum Beispiel Jens Reinarz, Kenny Klev oder Kristoffer Moen. Aber auch Seppl Hinze als Kapitän oder Mathias Fuchs können das, natürlich auch ein Jiri Vitek als Nationalspieler.

Wie ist der Kontakt zwischen HaDe Schmitz und den Bergischen Löwen entstanden?

Schmitz: Manager Stefan Adam hat mich angerufen!

Hannawald: Die Idee kam von Stefan Adam, Wir haben uns dann abgestimmt, ich fand die Idee von Anfang an gut. HaDe kenne ich noch aus Essen, da hatten wir großen Erfolg. Ich selber bin noch jung, kann von seiner Erfahrung einfach profitieren.

Du bist jetzt wieder in Deinem alten Job wie vor der Beurlaubung von Raimo Wilde, obwohl Du gute Ergebnisse erzielt hast als Cheftrainer. War die Rückkehr ins 2. Trainerglied Dein eigener Wunsch oder kommt schon ein wenig Wehmut auf?

Hannawald: Nein, mein eigener Wunsch war das nicht. Aber es ist auch gar kein Problem für mich, nun mit HaDe zusammenzuarbeiten, im Gegenteil, ich freu mich richtig drauf. Das Schöne ist einfach, dass wir uns als Team sehen, nicht als Chef- und Co-Trainer. Er hat so viel Erfahrung, ich kann für meine Zukunft durch die Zusammenarbeit  noch sehr viel lernen.

HaDe, Du warst einige Jahre nicht mehr aktiv in der Handballszene tätig. Ist das ein Nachteil oder vielleicht sogar ein Vorteil?

Schmitz: Nachteil? Ach, warum sollte es? Ich war immer am Handballsport dran. In Moers und in Rheinhausen leite ich immer noch zwei Jugendprojekte. Ganz ehrlich, es ist kein großer Unterschied, ob ich die B-Jugendspieler trainiere oder den BHC. Natürlich läuft die Arbeit beim BHC auf deutlich höherem Niveau ab, aber die Inhalte sind gleich.

Ein Wort zur Zukunft des Spielerkaders. Die Personalplanung für die kommende Saison erscheint anspruchsvoll. Immerhin 10 Spielerverträge laufen aus, dazu ist weder die Trainerfrage noch die Ligenzugehörigkeit geklärt. Macht man sich darüber trotzdem schon seine Gedanken?

Schmitz: Nein, das ist noch zu früh, für mich sowieso. Die Mannschaft muss jetzt die Leistung bringen, die man von ihr verlangt. Man muss da auf keinen Fall hektisch werden, da uns der Spielermarkt auch allgemein alle Optionen lässt. Die Bergischen Löwen sind mittlerweile eine sehr gute Adresse, so dass wir in jedem Fall gewappnet wären.

Hannawald: Es ist ganz einfach. Jeder Spieler im Kader kann sich jetzt beweisen, alle haben die Chance, sich zu empfehlen.

Und wie sieht es in der Trainerfrage aus? HaDe, Du hast nur einen Vertrag bis zum Saisonende.

Schmitz: Alles andere macht auch keinen Sinn. Wir müssen ja erst einmal gucken, ob wir miteinander klar kommen und erfolgreich sind. Wenn das nicht so ist, dann muss man das beenden.

Aber es wäre durchaus möglich, dass Du länger bei den Bergischen Löwen bleibst!

Schmitz: Natürlich, das ist durchaus möglich!

Und das Saisonziel Aufstieg steht nach wie vor in Stein gemeißelt?

Hannawald: Ach, das Ziel Aufstieg steht gar nicht im Vordergrund. Unser erstes Ziel ist es, dass wir uns verbessern können, alles andere ist sekundär. Zumal wir ja auch von den anderen Mannschaften abhängig sind, wenn wir noch aufsteigen wollen.

Schmitz: Genauso ist es. Theoretisch kannst Du alle Spiele gewinnen und trotzdem am Ende nicht aufsteigen.

Vielen Dank an Euch beide für das Gespräch und viel Glück im weiteren Saisonverlauf!

 

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