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Löwen schlagen Essen in einem Herzschlagfinale

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Derbys haben bekannt eigene Gesetze. Auf jeden Fall sind sie meist spannend. Und Spannung wurden den 2.050 Zuschauern im Löwen-Käfig bis zur letzten Sekunde geboten. Am Ende war es eine Mischung aus Erfahrung, Kampfgeist und der nötigen Prise Glück, die den BHC am Ende mit 24:22 (9:11) gegen TuSEM Essen die Oberhand siegen ließen.

Löwen schlagen Essen in einem Herzschlagfinale

Hart kämpfen musste das Löwen-Team um Kapitän Sebastian Hinze gegen Essen.


Vor dem Spiel waren die Vorzeichen klar verteilt. Klarer Favorit waren die Bergischen Löwen, die zuletzt wieder Boden gut gemacht hatten im Kampf um den Relegationsplatz, während TuSEM Essen mitten im Abstiegskampf steckt. Auf dem Feld war es aber von Beginn an Essen, welches den Ton angab, in der Abwehr vor einem bärenstarken Jan Kulhanek sicher stand und die Löwen gar nicht zum Zug kommen ließ. Bezeichnenderweise schafften der BHC in den ersten 10 Minuten ganze 2 Treffer, keinen davon aus dem Positionsangriff heraus. Zum Glück für die Löwen war es auf der anderen Seite ähnlich. Auch der TuSEM musste hart für seine Treffer arbeiten, schaffte es aber stets, eine kleine Führung zu behaupten. Vor allem profitierten die Essener bei diversen Tempogegenstößen vom schlampigen Passspiel des BHC im Angriff.

Mit seinem ersten Treffer schaffte Tim Henkel erstmals nach dem 1:0-Führungstreffer durch Sebastian Aschenbroich beim 7:7 wieder den Ausgleich. Wer auf den vollbesetzten Rängen geglaubt hatte, dass der BHC sich nun Vorteile erspielen könnte, sah sich schnell getäuscht. Pöter und Tovornik legten mit zwei schnellen Treffern zum 7:9 wieder nach, während der BHC vorne nun mehrfach die klarsten Chancen nicht verwerten konnte. Zweimal Tim Henkel und einmal Sebastian Hinze scheiterten aus bester Position an Kulhanek, der anschließend von den gut 150 mitgereisten TuSEM-Fans entsprechend gefeiert wurde. Bis zur Halbzeit blieb es bei einem Zwei-Tore-Rückstand für das Team von HaDe Schmitz, der viel wechselte und sein Team dennoch vorerst nicht in die Spur bekam.

Rote Karte für Trodler ein Knackpunkt

Der schnelle Anschlusstreffer durch Simon Kluge zum 10:11 direkt nach der Halbzeitpause sorgte abermals für Hoffnung auf Besserung beim BHC. Und wieder schlug Essen eiskalt zurück. Vor allem in der Abwehr brachten sie die Löwen weiter zum Verzweifeln. Arthur Giela, der jeweils zu Beginn beider Halbzeiten als Spielmacher agierte, rieb sich immer wieder in Zweikämpfen auf, konnte sich aber ebenso wie Kenneth Klev oder der nun auf der rechten Rückraum-Position agierenden Kristoffer Moen durchsetzen. Im Angriff schafften es die Essener direkt zweimal hintereinander bei passivem Vorwarnzeichen die freie Lücke zu finden und Mario Huhnstock zu überwinden. Schon stand es 11:14. HaDe Schmitz wechselte abermals sein Team durch, brachte wieder Jiri Vitek, Kristoffer Moen rückte nun auf die Spielmacher-Position. Zudem löste Jan Stochl im Löwen-Tor den alles anderen als schwachen Mario Huhnstock ab, der kurz zuvor noch zwei freie Bälle der Essener abwehren konnte.

Zwei Treffer von Jiri Vitek brachten den BHC wieder auf 13:14 heran, kurz danach sogar abermals der Ausgleich durch Hinze nach Pass von Vitek. Und es kam noch besser für die Bergischen Löwen. Kristoffer Moen sorgte per Tempogegenstoß für die 16:15-Führung. Essen blieb zunächst unbeeindruckt, nutzte eine Zeitstrafe gegen Moen, um sich wieder auf 16:18 abzusetzen. Bei dieser Zwei-Tore-Führung blieb es auch bis gut 9 Minuten vor Schluß beim 18:20, als Paul Trodler nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte sah. Zudem gab es Siebenmeter für die Löwen. Doch Jens Reinarz, der zuvor zweimal sicher verwandelt hatte vom Punkt, scheiterte an Kulhanek. Entsetzen auf den Rängen bei den Löwen-Fans, zum Glück nicht bei Jens Reinarz, der es in den nächsten beiden Angriffen besser machte und beim 20:20 sieben Minuten vor Schluss erneut den Ausgleich schaffte.

Vitek sorgte für Erlösung

Der BHC war nun endlich auf Betriebstemperatur gekommen. Der in der zweiten Hälfte bärenstarke Jiri Vitek sorgte mit feiner Einzelleistung wieder für die Löwen-Führung, die Sebastian Hinze vom Kreis auf 22:20 erhöhte. Patrick Wienceks Anschlusstreffer konterte Kristoffer Moen vom Kreis zum 23:21. Essens Trainer Kristof Szargiej nahm die Auszeit, drei Minuten vor Schluss, um sein Team noch einmal neu einzustellen. Zunächst ohne Erfolg, da die Löwen wieder in Ballbesitz kamen. Essen deckte nun sehr offensiv, Wiencek stoppte Klev mit unsauberen Mitteln am Kreis, so dass Klev zu Boden ging. Zum Entsetzen der BHC-Fans gab es zwar Freiwurf für die Löwen, verbunden mit einer Zeitstrafe gegen Klev, dem die Schiedsrichter in dieser Szene Schauspielerei unterstellten. Auch HaDe Schmitz nahm nun die Auszeit, knapp 80 Sekunden vor Schluss. Auf den Rängen saß mittlerweile kein Zuschauer mehr, zu nervenaufreibend war die Partie.

Und die Spannung sollte noch den absoluten Höhepunkt erreichen, als Sebastian Hinze unsanft am Kreis gestoppt wurde und die Schiedsrichter auf Siebenmeter entschieden. Jiri Vitek hatte es in der Hand, für die Entscheidung zu sorgen, warf aber über das Tor und Essen war weiter im Spiel, erst recht nach dem schnellen 23:22-Anschlußtreffer durch Gerlich. Noch 50 Sekunden! Essen agierte nun sogar in offener Manndeckung. Sehr schnell kam das passive Vorwarnzeichen der Schiedsrichter, als Jens Reinarz mit einem Geistesblitz auf Rechtsaußen Jiri Vitek anspielte, der aus spitzem Winkel zum umjubelten 24:22 traf. Das war die Entscheidung! Bei dem Ergebnis blieb es auch, weil nach der Schlusssirene Jan Stochl den letzten Siebenmeter der Essener von Pöter abwehren konnte.

Spielfilm: 1:3(9.), 3:5(17.), 7:7(24.), 9:11(HZ.), 11:14(38.), 16:16(43.), 18:20(51.), 23:21(57.), 24:22(EN.)

Bergischer HC:

Stochl, Huhnstock; Fuchs, Hoße(1), Vitek(8/1), Hinze(3), Klev(2), Quade, Giela, Moen(2), Kluge(2), Henkel(1), Aschenbroich(1), Reinarz(4/2)

TuSEM Essen

Kulhanek, Nippes; Schulz, Krüger, Wozniak(2), Tovornik(2), Pöter(4), Gerlich(6/1), Trodler(2), Wöss(2), Wiencek(3), Ciupinski(1), Krönung

Strafminuten: 10/6

Rote Karte: Trodler(51.), dritte Zeitstrafe

Zuschauer: 2.050

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