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19. May. 2012 17:30
SG.Klingenhalle

Bergischer HC
vs.
TV 05/07 Hüttenberg

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Letztes Spiel
SG Flensburg-Handewitt
37:20
Bergischer HC

12. May. 2012 17:00
Campushalle Flensburg

Tabelle
15 HSG Wetzlar 19:43 -41
16 TV 05/07 Hüttenberg 17:45 -111
17 Bergischer HC 15:47 -109
18 Eintracht Hildesheim 4:58 -180
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Großes Interview mit Raimo Wilde

— abgelegt unter:

Raimo Wilde führt seit mittlerweile knapp zwei Jahren die Mannschaft der Bergischen Löwen in der zweiten Liga Süd. Noch nie wurde das Ziel Aufstieg in das Handball-Oberhaus so offensiv wie vor dieser Saison ausgegeben. Wer Raimo Wilde kennt, weiß, dass er Tag für Tag akribisch auf dieses Ziel hin arbeitet, immer auf der Suche nach neuen Dingen, um Erfolg zu haben. Wir sprachen mit ihm vor dem schweren Auswärtsspiel in Eisenach.

Großes Interview mit Raimo Wilde

Immer voll bei der Sache: Raimo Wilde

Herzlichen Glückwunsch zum historischen Sieg gegen Leichlingen! 

Wilde: Wieso historischer Sieg? 

Weil der BHC zum ersten mal in seiner noch jungen Geschichte das Auftaktspiel einer neuen Saison gewonnen hat!  

Wilde: Ach so, das war mir gar nicht bewusst. Wir wollten auf jeden Fall mit einem Sieg starten, egal wie. Umso schöner ist natürlich, dass sowohl die Höhe und auch die Art und Weise gepasst haben. Man hat gemerkt, dass das Team zu Beginn nervös war, auch aufgrund der Erfahrung aus dem letzten Vergleich mit Leichlingen in der Rückrunde der letzten Saison. Nach der Auszeit bei Stand von 8:7 lief es dann aber sehr gut. Von dem Zeitpunkt an haben wir das gespielt, was wir uns in der Vorbereitung konzentriert erarbeitet haben.  

Wie groß war denn die Erleichterung nach dem Spiel? 

Wilde: Natürlich darf man das Spiel nicht überbewerten. Leichlingen hat vorher im Pokal gar nicht und auch gegen uns noch nicht am Limit gespielt. Dennoch ist es immer gut, mit einem Sieg zu starten.

Die Vorbereitung hast Du immer als durchweg gelungen bezeichnet. Habt Ihr in diesem Sommer etwas anders als in der Vergangenheit gemacht?  

Wilde: Auf jeden Fall! Man hat bei den ersten Leistungsdiagnostik-Test erkennen können, dass sich unsere gute und harte Arbeit in der Grundlagen-Ausdauer im letzten Sommer gelohnt hat. Dadurch hatten wir eine prima Grundlage, die es uns viel früher ermöglichte, intensiv mit dem Ball zu arbeiten. Eine wichtige Aufgabe in der Vorbereitung war auch, unseren neuen Mittelmann Kristoffer Moen in unsere Spielphilosophie zu integrieren. Das hat sehr schnell und vor allem sehr gut geklappt, weil Kristoffer Dinge schnell umsetz und sogar noch eigene Impulse einbringt.

Wir haben auch das Niveau der Gegner langsam gesteigert. Anfangs haben wir gegen unterklassige Gegner gespielt, im Laufe der Vorbereitung uns aber immer wieder mit Erstligamannschaften gemessen. Klar verlierst Du da ein paar Spiele mehr, aber das ist einfach das Niveau wo wir hinwollen. Nur so können wir dazu lernen. 

Der BHC wird überall als Aufstiegsfavorit Nummer eins gehandelt. Zu recht, oder ist da auch viel Understatement bei den anderen Mannschaften dabei?

Wilde: Wir bekennen uns als einziges Team ganz offen zu diesem Ziel. Mein Motto lautet, dass Du ohne Ziel Deine Sportart nicht ausüben brauchst. Wir hatten letztes Jahr als Ziel eine Platzierung zwischen 1-3 ausgegeben, dieses Ziel auch erreicht. Trotzdem waren wir unzufrieden, weil wir viele Punkte abgegeben haben, etliche knappe Spiele nicht siegreich gestalten konnten. Es war einfach viel mehr drin. Da ist der Aufstieg als neue Zielsetzung die einzig logische Konsequenz, zumal der Aufstieg in die erste Liga etwas ganz Tolles ist. Das wollen wir erreichen.

Natürlich ist auch viel Understatement bei den anderen Mannschaften dabei. Etliche Teams haben sportlich wie finanziell aufgerüstet, bei denen kann das Ziel normalerweise nicht anders sein. Aber ich will gar kein Urteil über die anderen Mannschaften abgegeben. Ich konzentriere mich komplett auf mein Team. Wir wollen einfach erfolgreich sein.

Durch die Neuzugänge hat die Mannschaft Qualität dazu gewonnen. Waren die Neuzugänge allesamt wirklich Deine Wunschspieler?  

Wilde: Ja, sonst wären sie ja nicht hier. 

Und wie ist der Kontakt jeweils entstanden?  

Wilde: Mit Jan Stochl haben wir schon früh alles klar machen können, als bekannt wurde, dass er zu haben ist. Mit ihm und Mario Huhnstock haben wir nun ein tolles Torhüter-Duo. Auf Rückraum Mitte wollte ich nur eine Veränderung vornehmen, wenn wir einen deckungsstarken und auch international erfahrenen Spieler kriegen können. Kristoffer Moen haben wir beim Champions League-Spiel in Kiel gesehen und danach direkt Kontakt aufgenommen. Damals wussten wir noch gar nicht, dass er Kenneth Klev gut kennt, was uns sicher geholfen hat. Auf jeden Fall sind wir uns ebenfalls schnell einig geworden.

Auf Rechtsaußen war durch den Weggang von Kristian Nippes natürlich Bedarf, einen neuen Spieler zu verpflichten. Ich kenne Tim Henkel noch aus meiner Zeit in Großwallstadt, wo er im Fördertraining bei uns mittrainiert hat. Auch da bin ich froh, dass der Wechsel zu uns geklappt hat und sich somit der Kreis wieder schließt.  

Wie gehst Du mit Spielern wie Simon Kluge oder Mario Huhnstock um, die durch die neue Konkurrenz plötzlich deutlich weniger Spielanteile haben als in der letzten Saison, in der sie mangels Alternative meist durchgespielt haben?  

Wilde: Da mache ich gar nix anders im Vergleich zu den anderen Spielern. Diese Situation betrifft alle Spieler im Kader. Natürlich holt man grundsätzlich nur Spieler, die das Team qualitativ verstärken. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft und soll die einzelnen Spieler noch beflügeln. Ich bin glücklich, diese Möglichkeiten zu haben. Und für die Spieler ist es doch gar keine neue Situation. Mario hatte zum Beispiel in Delitzsch mit Pulay auch starke Konkurrenz. Beide bekommen ihre Spielanteile, das hat man am Samstag gegen Leichlingen gesehen. 

Es wird immer viel über einen zweiten rechten Rückraumspieler gesprochen. Ist das Thema endgültig abgehakt, oder seid Ihr weiter auf der Suche? 

Wilde: Ich sondiere natürlich täglich weiter den Markt. Fakt ist aber, dass wir uns aktuell den Top-Spieler, den wir suchen und der uns weiterhilft, finanziell nicht leisten können und wollen. Der Markt ist sehr dünn. Die Spieler, die wir holen würden, kann man aktuell einfach nicht bezahlen. Wir bleiben sicher weiter am Ball. Vielleicht hilft uns ja auch noch ein Sponsor dabei, auch diese letzte Lücke zu schließen. 

Das wäre ja dann eine Aufgabe für Deinen Co-Trainer? 

Wilde (lacht): Stimmt, der Chrischa ist ja auch fürs Marketing zuständig. Und ich bin sicher, er wird uns da auch weiterbringen. Ideen gibt es viele, die das Marketing-Team jetzt Schritt für Schritt umsetzen wird. 

Hofft man bei der Suche auf weitere Verstärkungen vielleicht auch insgeheim darauf, dass einige Vereine aufgrund wirtschaftlicher Probleme Spieler abgeben müssen? 

Wilde: Nein, darauf hoffe ich natürlich nicht. Das wünscht man keinem Verein. Ich setze eher darauf, dass der ein oder andere Verein von sich aus Spieler abgeben will, nicht aus finanziellen Gründen. Aber wie gesagt, im Moment brauchen wir uns darüber keine Gedanken machen, weil wir uns aktuell einen zusätzlichen Spieler nicht leisten könnten. 

Jetzt fahrt Ihr nach Eisenach. Was erwartest Du von dem Spiel?

Wilde: Das wird natürlich sehr schwer werden. Eisenach steht nach der Niederlage im ersten Spiel schon unter Druck, das kann sowohl Vorteil als auch Nachteil für uns sein. Wir haben Eisenach analysiert und wollen in der Begegnung auf jeden Fall unser Spiel durchsetzen. Überhaupt gucken wir in jeden Spiel in erster Linie auf uns selber. Ich will in der Zukunft auch gar nicht öffentlich über die anderen Teams reden sondern viel lieber über uns.

Mich freut sehr, dass wieder ein Fanbus mit nach Eisenach fährt, um uns lautstark zu unterstützen. Ich freue mich einfach auf das Spiel und bin sehr zuversichtlich. Der Druck liegt ganz klar bei Eisenach. Wir werden alles versuchen, um beide Punkte zu holen. 

Sind alle Spieler fit? 

Wilde: Ja, alle Mann sind wieder an Bord. Joey Duin hat seine Krankheit überwunden. Ich hatte am letzten Samstag schon überlegt, ihn in der Abwehr einzusetzen, aber das wäre zu früh gewesen. 

Auffällig war beim Spiel gegen Leichlingen, dass die Mannschaft trotz der hitzigen Atmosphäre auf dem Feld sehr ruhig und besonnen reagiert hat. Das war in der letzten Saison nicht immer der Fall. Habt Ihr da etwas intern geändert?  

Wilde: Ja, das haben wir. Es war in der letzten Saison in der Tat ein Problem, dass wir uns mit falschen Schiedsrichter-Entscheidungen zu viel beschäftigt und oft dadurch den Faden verloren haben. Wir haben darüber intensiv innerhalb des Teams gesprochen und interne Regelungen getroffen, um dies zukünftig besser zu machen? 

Wie sehen diese internen Regelungen aus? 

Wilde (lacht): Mit der Frage habe ich gerechnet! Sagen wir mal so, diese Regelungen haben nicht automatisch etwas mit Strafen oder ähnlichem zu tun. Wir waren uns im Team einig, dass wir uns alle, Feldspieler und auch Bank, ändern müssen. Das haben wir sofort umgesetzt.  

Warum klappt es diese Saison mit dem Aufstieg? 

Wilde: Soweit sollten wir gar nicht denken, es ist ja gerade erst ein Spiel gespielt. Wir konzentrieren uns auf jedes Spiel, wollen da immer bestehen. Mir ist erst einmal wichtig, dass wir uns klar das Ziel Aufstieg gesetzt haben. Wir müssen vor allem als Team immer homogen auftreten. Nach zehn Spielen kann man dann eine erste Zwischenbilanz ziehen, da wir dann auch wissen, was die Konkurrenten bislang gemacht haben.

Wenn wir es zum Ende der Saison wirklich geschafft haben sollten, können wir noch mal ein Interview machen, in dem ich dann auch erklären kann, warum der Aufstieg geklappt hat. 

Darauf kommen wir dann gerne zurück! Erst einmal vielen Dank und viel Erfolg in Eisenach!

 

 

 

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