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19. May. 2012 17:30
SG.Klingenhalle

Bergischer HC
vs.
TV 05/07 Hüttenberg

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Letztes Spiel
SG Flensburg-Handewitt
37:20
Bergischer HC

12. May. 2012 17:00
Campushalle Flensburg

Tabelle
15 HSG Wetzlar 19:43 -41
16 TV 05/07 Hüttenberg 17:45 -111
17 Bergischer HC 15:47 -109
18 Eintracht Hildesheim 4:58 -180
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Der älteste der jungen Spieler – Simon Kluge im Interview

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Simon Kluge ist der Mister Zuverlässig beim BHC, ein echter Bergischer Löwe, der vor der Fusion in beiden Altvereinen beim LTV Wuppertal und bei der SG Solingen spielte. Er ist kein Mann für große Schlagzeilen, eher ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. Wir sprachen mit ihm über die aktuelle sportliche Situation, aber auch über seine Kochkünste.

Der älteste der jungen Spieler – Simon Kluge im Interview

Will nicht im Rampenlicht stehen - Simon Kluge

Im Steckbrief auf der BHC-Homepage schreibst Du, dass man Dich auf keinen Fall fragen sollte, ob Du Hunger hast. Wir riskieren es trotzdem: Hast Du Hunger?

Kluge (lacht): Ach, das ist eigentlich gar nicht so wild. Das hat grundsätzlich etwas mit meiner Ernährung zu tun. Ich muss da immer ein wenig mehr aufpassen als viele andere, die essen können, was sie wollen, ohne Gefahr zu laufen zuzunehmen. Wenn ich zum Beispiel manchen Mitspieler sehe, der sich vor einem Spiel noch zwei Teller Nudeln reinhaut, das könnte ich nie. Ich esse eher gar nix vor einem Spiel, obwohl das vielleicht auch nicht so gesund ist. Aber ich fühle mich so einfach wohler so.

Achtest Du denn grundsätzlich auf Deine Ernährung, bekochst Du Dich selber oder ist eher der Pizzadienst Dein ständiger Begleiter?

Kluge: Ich koche schon selber, zumal ich gar kein großes Tiefkühlfach habe. Natürlich nicht wirklich aufwendig, vor allem für mich alleine. Da mach ich mir nicht noch extra frische Kartoffeln oder putze Gemüse. Das passiert dann schon eher, wenn meine Freundin am Wochenende da ist. Hin und wieder bestellen wir aber tatsächlich schon mal etwas, zum Beispiel am Sonntagabend, wenn wir zusammen auf dem Sofa sitzen und Tatort gucken. Aber das ist wirklich die Ausnahme.

Wie ist das für Euch als Leistungssportler: Werdet Ihr beim Thema Ernährung auch eng vom Verein begleitet?

Kluge: Relativ! Wir werden schon regelmäßig gewogen, in Verbindung mit einer regelmäßigen Körperfettanalyse. Insgesamt sollte jeder auch wissen, worauf es ankommt. Eine wirkliche Ernährungsberatung haben wir aber nicht. Das hatten wir zu meiner damaligen Zeit beim LTV Wuppertal, das war aber nicht wirklich hilfreich. Zum Beispiel bekam ein Mitspieler, der gerne etwas abnehmen wollte, den Hinweis, dann eben nur die Hälfte Margarine aufs Brot zu schmieren. Toller Tipp, auf den er selber sicher nie gekommen wäre! Insgesamt kann eine Ernährungsberatung durchaus hilfreich sein, da gibt es bestimmt solche und solche mit unterschiedlichster Qualität.  Aber heutzutage kann man auf viele Dinge auch selber kommen, wenn man sich ein wenig damit befasst. Schließlich steht ja mittlerweile auf jeder Verpackung genau drauf, was drin ist.

Okay, genug zum Thema Essen und Ernährung, wir sind ja kein Lifestyle-Magazin. Kommen wir zum Sportlichen. Die Saison ist jetzt acht Spieltage alt. Wie beurteilst Du den bisherigen Saisonverlauf?

Kluge: Keine Frage, der ist bis jetzt sehr enttäuschend! Mit der Anzahl der Punktverluste, die wir bereits einstecken mussten, darfst Du Dir jetzt in den kommenden Spielen eigentlich gar nichts mehr leisten, wenn Du ganz nach oben kommen willst. Vor allem die Punktverluste in Essen und Saarlouis tun sehr weh. Das sind Spiele, die Du bei allem Respekt vor den Teams auf jeden Fall gewinnen solltest. Wir sind jetzt in den kommenden Spielen einfach zum Siegen verdammt.

Man konnte in der Presse immer wieder nach jedem Spiel lesen, dass es viele Gespräche und Analysen innerhalb der Mannschaft gegeben hat. Wurde nicht vielleicht sogar zuviel geredet und analysiert?

Kluge: Nein, das glaube ich nicht. Wenn es nicht läuft, muss man einfach offen drüber sprechen. So ein offenes Gespräch hilft, ein Team weiterzubringen. Gerade bei einer Mannschaft, die nicht erfolgreich ist, entsteht automatisch Unzufriedenheit, in vielen Bereichen. Es zeichnet ein gutes und intaktes Team aus, wenn alle Dinge, die stören, intern offen angesprochen werden. Das ist bei uns passiert, das hat aus meiner Sicht gut und fair geklappt. Dies bestärkt mich auch in meiner Auffassung, dass wir wirklich ein gutes Team sind.

Welche Teams haben Dich bislang in der Liga überrascht, sowohl positiv, als auch negativ?

Kluge: Hüttenberg hat mich positiv doch überrascht. Das beziehe ich weniger auf die Punktausbeute, die konnte man vielleicht sogar so erwarten. Aber es imponiert mir, mit welcher Souveränität sie ihre Spiele gewinnen. Von Frankfurt hatte ich leistungsmäßig deutlich mehr erwartet, wobei die punktemäßig eigentlich noch im Soll sind, im Gegensatz zu Coburg zum Beispiel, die ich ganz oben erwartet hatte.

Während es in der Meisterschaft noch nicht ganz rund läuft, steht Ihr souverän erstmals im Pokalachtelfinale, wo mit Friesenheim ein weiterer nicht unschlagbarer Gegner wartet. Träumt man da nicht schon heimlich ein wenig vom Final Four in Hamburg?

Kluge: Sein wir ehrlich, wir haben ja bislang auch wirklich sehr viel Glück mit der Auslosung gehabt. Ob das Final Four ein wirkliches Ziel ist? Na gut, Du trittst im Pokal ja nicht an, um irgendwann schnell auszuscheiden. Wir spielen jetzt gegen Friesenheim zu Hause in Solingen vor hoffentlich voller Halle. Das Spiel kannst Du selbstverständlich gewinnen. Und wenn dann nochmals das Losglück hilft, kann es wirklich klappen. Natürlich wäre das Final Four ein tolles Erlebnis. Aber die Meisterschaft ist viel wichtiger, das darf keiner vergessen.

Du hast in dieser Saison nach drei Jahren als Alleinunterhalter auf der Rechtsaußen-Position mit Tim Henkel einen direkten Konkurrenten auf Deiner Position. Was hast Du gedacht, als Du von Tims Verpflichtung gehört hat?

Kluge: Das war keine Überraschung für mich. Es ist normal, dass ein Team mit zwei Rechtsaußen in einer Saison geht. Wir profitieren als Mannschaft ja auch bislang davon, da wir beide uns gut ergänzen. Hatte der eine mal keinen so guten Tag erwischt, war stets der andere auf dem Posten.

In der Vorbereitung hattest Du deutlich weniger Einsatzzeit wie Tim. Hat Dich das geärgert und sogar noch zusätzlich motiviert?

Kluge: Keine Frage, natürlich war ich sehr unzufrieden mit meinen Einsatzzeiten. Aber das hat mich auch in der Tat zusätzlich angespornt, dem Trainer zu zeigen, dass ich mehr Einsatzzeit verdiene. Das hat übrigens gar nichts mit Tim zu tun, wir kommen prima miteinander aus. Ich freue mich zum Beispiel sehr, wenn ihm ein so gutes Spiel wie zuletzt gegen Friesenheim gelingt. Aus meiner Sicht passen wir richtig gut zusammen, da wir beide unterschiedliche Spielertypen sind.

Wie siehst Du allgemein Deine Rolle innerhalb des Teams?

Kluge: Ich bin als Typ selber eher zurückhaltend, ich sehe mich auch nicht als Führungsspieler auf dem Spielfeld. Da haben wir andere Akteure im Spiel. Dennoch habe ich in dieser Mannschaft eine wichtige Rolle, auch weil ich bereits ewig dabei bin. Ich habe ja auch schon in Wuppertal und in Solingen vor der Fusion gespielt. Hier kenne ich die Abläufe und kann deshalb gut den jungen und neuen Spielern beim Einstieg helfen. Im Grunde sehe ich mich selber noch als jungen Spieler, von denen aber dann auch als der älteste (lacht).

Wer sind denn Eure Führungsspieler?

Kluge: Kristoffer Moen ist das mittlerweile schon durch sein präsente Art auf dem Spielfeld. Natürlich auch Seppl Hinze, nicht nur durch seine Rolle als Kapitän. Ich sehe auch Fucki als Führungsspieler an, weil er in jeder Situation kühlen Kopf behält. Sein Standing innerhalb des Teams ist wirklich sehr hoch.

Du bist kein Spieler der im Rampenlicht steht. Ist das okay für Dich?

Kluge: Ehrlich gesagt bin ich darüber sogar ganz froh. Bei uns im Team muss zum Beispiel jeder, der am Montag nach dem Spiel mit einem Aktionsfoto im Solinger Tageblatt abgebildet ist, eine Kiste Bier ausgeben. Da war ich länger nicht mehr an der Reihe (lacht). Ich will gar nicht im Rampenlicht stehen. Mir ist auch nicht wichtig, was die Zeitungen über mich schreiben. Viel wichtiger ist mir das Feedback von Freunden und der Familie, Menschen, die mich gut kennen und die mir nahe stehen.

Dein Vater ist Gesellschafter des BHC. Hast Du Dir deswegen schon den ein oder anderen dummen Spruch anhören müssen?

Kluge: Klar doch, schon öfter! Wobei ich gerade diesbezüglich nach meinem Wechsel von Wuppertal nach Solingen auch ein komplett gegenteiliges Erlebnis hatte. In der Vorbreitung kam nach dem Training ein älterer Mann zu mir, um sich bei mir zu entschuldigen. Ich würde ihn zwar nicht kennen, aber er hätte in der Vergangenheit oft im Solinger Internetforum über mich hergezogen, dass ich nur wegen meines Vaters mitspielen dürfte. Nun aber hätte er gesehen, dass ich wirklich ein richtig guter Spieler wäre. Ihm täte das alles sehr leid, er würde sich in aller Form entschuldigen. Da war ich schon baff!
Ich spiele jetzt schon seit 6 Jahren in der zweiten Liga, ich glaube kaum, dass mein Vater soviel Geld für mich bezahlt hat (lacht).

Abschlussfrage: Am Sonntag kommt Delitzsch in die Bayerhalle, danach geht es zweimal auswärts gegen Korschenbroich und Aue. Was können die BHC-Fans erwarten?

Kluge: Das Ziel kann nur sein, alle Spiele zu gewinnen. Gegen Delitzsch spielen wir zu Hause, das müssen wir einfach gewinnen. Korschenbroich ist ein Derby, das wird sicher sehr schwer. Aber auch hier sind grundsätzlich genauso wie beim Gastspiel in Aue zwei Punkte Pflicht.

Simon, wir danken Dir für das Gespräch!

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