Verhinderter Matchwinner
Morgen werden wir wohl nicht mehr auf Platz zwei stehen, aber unsere Formkurve zeigt nach oben, ich blicke nur nach vorne“, rang sich BHC-Trainer Raimo Wilde am Ende des Hallen-Interviews am Freitagabend in der Main-Taunus-Halle von Kriftel wenigstens einen optimistischen Ausblick ab.
Einfache Rückraum-Tore in kritischen Situationen: Die gelangen Joey Duin am Freitagabend bei der TSG Münster – trotzdem war der Bergische HC am Ende eine geschlagene Mannschaft. (Foto: Uli Preuss)
Auch wenn dem Gesicht des 44-Jährigen der ganze Frust der bitteren 33:34-Niederlage abzulesen war. Wildes Prognose ging am Samstag aufgrund überraschender Pleiten von Bietigheim (in Erlangen) und Hüttenberg (in Oftersheim) daneben. Gestern Abend verpasste die TSG Friesenheim den nötigen Kantersieg über Leichlingen.
Die sicht- und hörbarste Frustbewältigung am Freitagabend lieferte Joey Duin ab. Nach dem Gegentor zum 33:34 waren dem Bergischen HC noch ungefähr acht Sekunden geblieben. Auf die schnelle Mitte der „Löwen“ folgte ein rüder Check gegen den ballführenden Mathias Fuchs, der statt eines von Raimo Wilde geforderten Siebenmeters nur einen Freiwurf aus 15 Metern zur Folge hatte – bei „59:59“ auf der Hallenuhr. Diese undankbare Aufgabe übernahm Duin. Als sein Wurf an den drei verbliebenen TSG-Feldspielern vorbei im kurzen Eck eine Beute von Münsters Keeper Thijs van de Mortel wurde, bekam die nächstbeste Werbebande einen deftigen Tritt ab.
Bei einem BHC-Sieg wäre es das perfekte Spiel für den 27-jährigen Niederländer gewesen. In beiden Halbzeiten kam er für den vorne wirkungslosen Kenneth Klev, jedes Mal war die erste Aktion gleich ein Treffer. Und zwischen der 47. und 54. Minute erzielte Duin genau die einfachen Rückraum-Tore zur 31:28-Führung, für die er eingekauft wurde.
„Wir gewinnen als Team, und wir verlieren als Team“, stand für Joey Duin die eigene Leistung nach dem Spiel nicht im Mittelpunkt. Trotzdem war er natürlich glücklich darüber, dass er nicht wie gegen Eisenach nach wenigen Minuten vom Feld musste. „Ich hatte in dem Moment meine Emotionen nicht im Griff“, sagt Joey Duin über den bösen Blick, den er bei seiner Auswechslung Richtung Raimo Wilde geschickt hatte. Dass er am Freitag gegenüber Klev punkten konnte, tat Joey Duin locker ab: „Wir helfen uns gegenseitig auf unserer Position, so muss es sein in einer guten Mannschaft.“
von Martin Auer




















