Krimi gegen Bittenfeld - Hannawald hält und trifft
Nichts für schwache Nerven war das Heimspiel gegen den TV Bittenfeld, der den Bergischen Löwen bis zum Schluss erbittert Widerstand bot. Am Ende konnten 1.500 Zuschauer einen knappen 33:31 (16:16)-Sieg der Mannen von Raimo Wilde bejubeln. Matchwinner war Chrischa Hannawald, der früh den glücklosen Mario Huhnstock ablöste und neben zahlreichen Paraden auch einen Treffer mit einem sensationellen Wurf über das komplette Feld zum Erfolg beisteuerte.
Vor dem Spiel gab es eine Hiobsbotschaft für BHC-Trainer Raimo Wilde zu verdauen. Alexander Oelze musste verletzt passen, so dass Mathias Fuchs von Beginn an als Spielmacher agierte. Dies tat er in den ersten Minuten sehr erfolgreich, dem BHC gelang es immer wieder, seine Halben gekonnt in Szene zu setzen, Klev und Vitek trafen zur schnellen 2:0-Führung. Der TV Bittenfeld schlug aber postwendend zurück, das 3:3 durch Abwehrchef Ludek Drobek nach nicht einmal vier Minuten offenbarte, dass das Spiel anders als das letzte Heimspiel gegen Oftersheim/Schwetzingen kein Selbstläufer werden sollte. Wieder sorgten der in der ersten Halbzeit starke Jiri Vitek sowie Jens Reinarz per Siebenmeter für einen Zwei-Tore-Vorsprung, den Baumgarten und Seitner erneut postwendend ausgleichen konnten. Nach exakt 11 Minuten dann sogar die ersten Führung zum 6:7 durch Jürgen Schweickardt. In dieser Phase nutzten die Gäste immer wieder geschickt die Lücken in der alles andere als sattelfesten BHC-Abwehr, während die Bergischen Löwen in dieser Phase fast ausschließlich von der individuellen Klasse eines Jiri Vitek lebten. Sein 10:10-Ausgleich bedeutete gleichzeitig bereits seinen sechsten Treffer. Bittenfeld drehte nun richtig auf, der fünfte Treffer von Seitner zum 12:15 sorgte für blankes Entsetzen auf der Tribüne. Der BHC fightete jedoch zurück, schaffte durch Vitek und Reinarz den Anschluss und schließlich sogar durch Joey Duin den 16:16-Ausgleich kurz vor der Pausensirene.
Hannawald´s Initialzündung
Wer nun geglaubt hätte, dass die Bergischen Löwen nach der Pause das Spiel langsam in den Griff bekommen würden, sah sich schnell getäuscht. Chaotische sieben Minuten, in denen dem BHC unzählige Fehler im Angriff unterliefen, sorgten nicht nur bei Trainer Raimo Wilde für mehr als ein graues Haar. Dieser hatte Routinier Sebastian Aschenbroich gegen den besten Bittenfelder Werfer Sebastian Seitner in der Abwehr gestellt, ein Schachzug, der in den ersten Minuten im allgemeinen Chaos unterging, sich später aber als ein Faktor zur Wende entpuppte. Wäre in den ersten Minuten nicht Chrischa Hannawald immer wieder auf dem Posten gewesen, es hätte viel schlimmer kommen können, als das 17:21 von Drobek in der 37.Minute. Für die Moral der Löwen spricht, dass sie sich vehement gegen die drohende Niederlage stemmten. Jens Reinarz und Kristian Nippes verkürzten zum 19:21, dieser Abstand hatte auch noch beim 21:23 Bestand, als Jens Reinarz zum Siebenmeter-Punkt schritt. Hatte er in Hälfte eins noch sicher gegen den isländischen Nationaltorhüter Gustavsson verwandelt, scheiterte er nun am eingewechselten Benjamin Krotz im Gäste-Tor. Die Aufholjagd stoppte dieser Fehlwurf aber nur kurz. Reinarz´22:24 mit anschliessender Zeitstrafe gegen Adrian Wehner läutete eine wichtige Phase ein. Die Gäste versuchten in Unterzahl durch den Wechsel eines sechsten Feldspielers anstelle des Torwarts die Bergischen Löwen zu überraschen. Ohne Erfolg, Rechtsaussen Marco Hauk scheiterte an Chrischa Hannawald, der nach seiner Parade blitzschnell schaltete und einen präzisen Wurf über den zurück ins Tor eilenden Krotz in die gegnerischen Maschen setzte. Orkanartiger Jubel in der Bayerhalle, zudem der Startschuss zur besten Phase des BHC in dieser Spiel. Mathias Fuchs gelang der ersehnte Ausgleich per Siebenmeter, Sebastian Aschenbroich mit unwiderstehlichem Solo nach erobertem Ball in der Abwehr gar die erste Führung in Hälfte zwei zum 25:24. Die Halle stand Kopf.
Doch noch waren die Gäste nicht geschlagen. Selbst nach der ersten 2-Tore-Führung durch Simon Kluge zum 27:25 per Tempogegenstoß blieb Bittenfeld weiter auf Schlagdistanz, schwächten sich aber in dieser Phase immer wieder durch Zeitstrafen, die der BHC nun nutzte. Beim 30:27 durch einen Heber von Christian Hoße fünf Minuten vor Schluss schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Erst recht, als Simon Kluge eine Minute später den 3-Tore-Vorsprung durch sein 31:28 zementierte. Klarer Fall von denkste, der Spannungsbogen hatte sich den Höhepunkt für den Schluss aufgehoben. Jürgen Schweickardts 31:29 in Unterzahl mit zusätzlicher Zeitstrafe für Hoße, ein unglücklicher Ballverlust des BHC im Angriff und der daraus resultierende Tempogegenstoß durch Drobek zum 31:30 innerhalb von 45 Sekunden läuteten das große Finale der letzten drei Minuten ein.
Wieder verloren die Bergischen Löwen im Angriff den Ball. Angriff Bittenfeld, Seitner setzt sich durch und scheitert frei am herausstürmenden Hannawald, den Abpraller sichert Sebastian Hinze im Hechtsprung. Noch 65 Sekunden auf der Uhr, aus dem Rückraum steigt Kenneth Klev hoch und wuchtet den Ball unter dem Jubel der Zuschauer zum 32:30 ins Netz. Aber immer noch nicht ist Schluss, Kristian Nippes erhält in der Abwehr eine Zeitstrafe, Bittenfeld trifft 35 Sekunden vor Schluss durch Wehner zum abermaligen Anschluss. Sehr schnell erfolgt das passive Vorwarnzeichen der Schiedsrichter, mit letzter Kraft gelingt es Kenneth Klev auf Linksaussen Christian Hoße in Position zu bringen der mit seinem 33:31 endgültig die wackeren Gäste in die Knie zwingt. Der Rest ist grenzenloser Jubel!
Spielfilm: 5:3(6.), 6:7(12.), 9:10(19.), 12:15(26.), 16:16(HZ), 17:21(37.), 25:24(46.), 28:27(51.), 31:28(56.), 33:31(EN)
Bergischer HC:
Huhnstock, Hannawald(1); Aschenbroich(1), Duin(2), Fuchs(2/2), Hoße(2), Hinze(2), Nippes(2), Klev(3), Kluge(4), Quade, Reinarz(7/2), Vitek(7)
TV Bittenfeld:
Gustavsson, Krotz; Seitner(8), Weckerle, Prasolov(1), Schweickardt(7/2), Heib, Baumgarten(4), Wehner(5), Hauk(4), Drobek(2)
Strafminuten: 12/14
Zuschauer: 1.500




















