Für Moen kein Schritt zurück
Gleich die Sonnenseite des Bergischen Landes erlebte gestern Kristoffer Moen. Nach dem medizinischen Check und einem Mittagessen mit Manager Stefan Adam unter Gräfraths blauem Himmel stand für den Neuzugang des Bergischen HC die offizielle Präsentation auf dem Programm – der norwegische Mittelmann wertet ab der kommenden Saison den Kader der „Löwen“ auf und tritt die Nachfolge von Alexander Oelze an. Der 25-Jährige wird den BHC zum Saisonende verlassen.
In der Deckung eine Bank, Torgefahr im Angriff, dazu eine Führungsfigur mit dem richtigen Entscheidungsverhalten – das ist das Profil von Trainer Raimo Wilde in Richtung Kristoffer Moen. (Foto: Andreas Fischer)
Der 28-jährige Skandinavier unterschrieb beim Zweiten der 2. Bundesliga Süd einen Zwei-Jahres-Vertrag. Dieser gilt sowohl für die aktuelle Spielklasse wie auch für die Möglichkeit einer sportlichen Zukunft im Handball-Oberhaus. „Kristoffer hat absolute Führungsqualitäten und war nach langer Suche mein Wunschkandidat“, hält BHC-Trainer Raimo Wilde große Stücke auf seinen neuen Spielgestalter, der sich die Aufgabe mit Mathias Fuchs teilt. Neben diesem Duo sind aus dem Rückraum noch Kenneth Klev als zweiter Norweger sowie der Tscheche Jiri Vitek vertraglich gebunden. „Zwei weitere Spieler sollen in Kürze einen Vertrag für die nächste Spielzeit unterzeichnen“, stellt Stefan Adam weitere Verpflichtungen in Aussicht.
Kristoffer Kleven Moen – so der komplette Name – wechselt vom dänischen Erstliga-Spitzenklub GOG Svendborg ins Bergische. „Es ist hart, von der Champions League in die 2. Liga zu gehen. Aber es ist für mich auch eine Herausforderung und kein Schritt zurück“, erklärt der Rechtshänder auf englisch.
Wilde von Oelze überzeugt
Dass ein deutscher Spieler mit 25 Jahren einem internationalen Akteur im besten Handball-Alter weichen muss, halten Wilde und Adam für keine Abweichung vom generellen Konzept – auch in Zukunft werde der junge nationale Nachwuchs gefördert. Aber, so Raimo Wilde: „Es ist für uns der nächste sportliche Schritt, die Leistungsspitze wird nach oben hin immer enger.“ In Moen hat der Coach den Mann gefunden, der einen Wechsel von Abwehr auf Angriff nicht mehr nötig macht – es sei eben auch eine Qualitätsfrage. Keine Zweifel hat Raimo Wilde, dass er sich bis zur letzten Spielminute auf den scheidenden Alexander Oelze verlassen kann. „Es ist keine Entscheidung gegen Ali. Er wird sich bis zum Schluss zerreißen und viele Angebote erhalten“, so der Sportliche Leiter des Bergischen HC. Oelzes Nachfolger hat seine zukünftigen Kollegen schon einmal gesehen, das Wissen über die 2. Bundesligen hält sich noch in Grenzen. Die Hoffnung ist indes klar: Kristoffer Moen würde in der nächsten Saison wesentlich lieber in Kiel als in Groß-Bieberau spielen.
von Jürgen König




















