Bergischer HC
BHC feiert Big Points gegen Minden
Foto: BHC/Gregor Eisenhuth

Im Duell zweier direkten Konkurrenten und Favoritenschrecken konnten die Bergischen Löwen vor 2.420 Zuschauern in der Solinger Klingenhalle beim 32:30 (15:14) gegen den TSV GWD Minden zwei vielumjubelte Big Points sammeln und damit ihre derzeitige Heimstärke weiter untermauern.

Das 1:0 durch Mannschaftskapitän Viktor Szilagyi sollte für mehr als ein Viertelstunde die einzige Führung der Bergischen Löwen bleiben, zu sehr hatten die Gastgeber noch mit dem Gegner und dem Spiel an sich zu kämpfen. Anders als noch gegen den Tabellenführer aus Mannheim standen gegen die Konkurrenz aus Minden eher die robust körperlichen Akzente im Vordergrund, der spielerische Moment ging der Partie in Durchgang Eins eher ab.

So versuchten die Ostwestfalen mit rustikalem Zupacken in der Defensive dem BHC den Schneid in der eigenen Halle abzukaufen und mussten nach sechs Minuten ihre erste Zeitstrafe hinnehmen, die sie dank Torhüter Gerrie Eijlers unbeschadet überstanden und kaum wieder vollzählig mit zwei schnellen Toren zum 2:4 (8.) nutzten. Insgesamt blieb das Löwenrudel bei den eigenen Angriffen zu oft in der Mindener Deckung hängen, so auch Fabian Gutbrod mit seinem Wurfversuch, der Aleksandar Svitlica per Gegenstoß die Drei-Tore-Führung für die Gäste bescherte.

Doch der Wille und die Einstellung bei den Hausherren, sie stimmte – erst verkürzte Rechtsaußen Arnor Gunnarsson schön frei gespielt, ehe Dragas’ Rückraumkracher wieder den Kontakt zum Gegner herstellte. Zweimal Kristian Nippes mit viel Zug zum Tor bedeuteten den verdienten 6:6-Ausgleich für das Löwenrudel nach einer Viertelstunde.

Die Partie blieb in der Folgezeit bis zur Halbzeitsirene offen, ständig wechselte die Führung in der Klingenhalle. Der hauchdünne Vorsprung zur Pause gehörte dann den Bergischen Löwen – Mario Huhnstock bestätigte mit einer tollen Parade gegen Außenspieler Svitlica seine derzeitige Form, ehe Kristian Nippes auf 15:14 vorlegen konnte.

Mit dem Wiederanpfiff ging es blitzschnell – hüben wie drüben. Zunächst zog der BHC auf 19:16 (35.) davon, wenig später glich Minden zum 19:19 (37.) aus. So blieb es weiterhin ein spannender Handballabend, bei dem es weiß Gott keinen Schönheitspreis zu gewinnen geben sollte, agierten beide Mannschaften absolut auf Augenhöhe. Erst als sich die Bergischen noch einmal auf zwei Tore absetzen konnten und Björgvin Pall Gustavsson mit einer sensationellen Reaktion in der 52. Spielminute einen abgefälschten Wurfversuch noch aus dem rechten unteren Eck kratzen konnte, schlug das Pendel endgültig in Richtung Heimsieg für den Bergischen HC aus. Mit seinen Treffern Nummer fünf und sechs stellte Kristian Nippes die Spielanzeige auf das vorentscheidende 29:25. Das Team von GWD-Coach Goran Perkovac stemmte sich nun noch einmal vergeblich gegen die drohende Niederlage und betrieb beim Endstand von 32:30 noch ein wenig Ergebniskosmetik.

Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Goran Perkovac: „Der BHC hat den Sieg verdient. Unsere Abwehr hat in der zweiten Halbzeit nicht gestanden, die Torhüter haben nur eine Parade gehabt. Es wäre heute für uns so einfach gewesen wie nie, hier zu gewinnen, wenn wir konzentriert agiert hätten. In den Videoanalysen hat der BHC viel besser gespielt als heute, aber sie haben den Sieg einfach mehr gewollt als wir.“
Sebastian Hinze: „Wir haben es geschafft, mehr Ballgewinne zu provozieren und am Schluss mit der Umstellung auf die 5:1-Defensive und frischen Beinen noch einmal drei Ballgewinne in der entscheidenden Phase zu bekommen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil sie sich das ganze Spiel gepusht hat und so aufgetreten ist, wie man das muss, um solche Spiele gegen die direkte Konkurrenz zu gewinnen. Dass wir dabei nicht immer spielerisch glänzen können, ist klar.“

Bergischer HC: Gustavsson, Huhnstock – Hoße, J.Artmann (2), Gutbrod (4), Dragas (2), Szilagyi (4), Oelze, Meschke, Preuss (3), Nippes (6), Hermann (3), Gunnarsson (8/5). Trainer Sebastian Hinze
TSV GWD Minden: Vortmann, Eijlers – Freitag (1), Schäpsmeier, Kozlina (6), Antonewitch, Rambo (3), Steinert (6), Kunkel, Torbrügge, Niemeyer (1), Schmidt (8/4), Svitlica (4/1), Oneto (1). Trainer: Goran Perkovac
Schiedsrichter: Matthias Brauer und Kay Holm
Siebenmeter: 4/4 – 4/4
Zeitstrafen: 2 – 5 (Hoße, Preuss – Steinert, Oneto (2), Torbrügge)
Rote Karte: Oneto
Spielverlauf: 2:2 (5.), 2:5 (10.), 6:6 (15.), 9:9 (20.), 12:11 (25.), 15:14 (30.), 19:16 (35.), 21:21 (40.), 24:23 (45.), 27:25 (50.), 29:26 (55.), 32:29 (60.)